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Dom
Historischer Überblick
Bild Dom

Überblick

Im südlichen Teil der Altstadt erhebt sich zwischen dem Domplatz und der St.-Rochus-Straße mit dem Bischofshof der dem hl. Martin geweihte Eisenstädter Dom. Mit seinem markanten spätgotischen Außenbau und dem mächtigen Turm, dessen Giebelhelm von vier Erkern mit Schießscharten begleitet wird, bildet er hier an der südlichen Stadtmauer des mittelalterlichen Siedlungsgebietes eine sakrale städtebauliche Dominante. Ähnliche Akzente im Stadtbild vermögen als profanes Bauwerk nur das Schloss Esterházy und als sakrales Pendant die Marien- und Wallfahrtskirche („Bergkirche“) in Eisenstadt-Oberberg mit ihrem charakteristischen Kalvarienberg zu setzen.

Stadt- und Pfarrgeschichte

Die Landeshaupt- und Freistadt Eisenstadt liegt am Fuß des Leithagebirges und reicht mit ihren Neubaugebieten bis in die Wulkaebene. Erstmals wird Eisenstadt 1264 urkundlich erwähnt. In diesem Jahr wird eine Martinskapelle in – frei übersetzt – Kleinmartinsdorf genannt (siehe Baugeschichte). 1373 wird die Siedlung erstmals als „Eisenstat“ bezeichnet. Die bäuerliche Dorfsiedlung entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert mit drei parallelen Straßenzügen (heute Hauptstraße, Pfarrgasse/Domplatz, Haydngasse). Im Nordwesten der Siedlung, im Bereich des heutigen Schlosses Esterházy, wurde im 13. bzw. 14. Jahrhundert eine Burg errichtet. 1371 erhielt Eisenstadt das Recht des Mauerbaus, 1377 ein grundherrliches Stadtrecht. Damit setzte ein weiterer Aufschwung ein.
1648 wurde Eisenstadt mit Ausnahme des Schlosses und des anschließenden Schlossgrunds, die unter der Herrschaft der Esterházy verblieben, zur königlichen Freistadt erhoben. Eisenstadt ist seit 1925 Landeshauptstadt des Burgenlands und Sitz des 1960 gegründeten Bistums Eisenstadt.
Über das Alter der Pfarre lassen sich keine endgültigen Aussagen treffen. Wir dürfen in der 1264 genannten Martinskapelle im Bereich des heutigen Domes vermutlich eine sogenannte „Niederkirche“ sehen, der vor der endgültigen Verfestigung des Pfarrnetzes bereits pfarrliche Funktionen zukamen. Im Jahr 1318 werden eine „ecclesia sancti Martini“ und ein „plebanus“, also eine Martinskirche und ein Seelsorger/Pfarrer genannt. Eine Pfarre ist urkundlich erstmals 1415 nachweisbar.
Der Seelsorgesprengel der Pfarre umfasste zunächst ganz Eisenstadt; nach der Freistadterhebung konnte Paul Graf Esterházy 1655 die Zustimmung zur Errichtung einer eigenen Pfarre erwirken, der sogenannte Schlossgrund schied somit aus dem Jurisdiktionsbereich des Stadtpfarrers aus. Damit wurde die Grundlage der heutigen Propstei- und Stadtpfarre Oberberg gelegt. Im Stadtgebiet von Eisenstadt in seinem heutigen Gebietsumfang befinden sich auch die beiden Stadtpfarren Kleinhöflein und St. Georgen.

St. Martin – Kirchenpatron, Diözesanpatron, Landespatron

Der hl. Martin von Tours (316/336–397) wurde nicht weit von der Grenze des heutigen Burgenlandes in Szombathely/Steinamanger geboren. Zwei Legenden aus seinem Leben haben ihn sehr bekannt gemacht. In seiner Dienstzeit als römischer Soldat teilte er vor dem Stadttor von Amiens seinen Mantel mit einem frierenden Bettler; in der Nacht erschien ihm dann Christus als der vermeintliche Bettler, der ihn in Wahrheit prüfte.
Als Martin später, inzwischen Christ geworden und als Einsiedler lebend, zum Bischof gewählt wurde, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben, da er lieber sein monastisches Leben weiterführen wollte. Das Geschnatter der Gänse habe ihn aber verraten. So wurde er Bischof des heute mittelfranzösischen Bistums Tours.

Schon unmittelbar nach seinem Tod setzte seine Verehrung ein. Er galt später als Schutzherr des fränkischen Reiches und Heeres – so fand sein Kult unter Kaiser Karl dem Großen um 800 auch im heutigen Österreich weite Verbreitung. Die vielen Martinskirchen haben zum Teil eine sehr lange geschichtliche Tradition. Die im Jahr 1777 gegründete Diözese Szombathely/Steinamanger erwählte den hl. Martin zu ihrem Schutzpatron.

Das Martinspatrozinium des heutigen Domes von Eisenstadt ist bereits 1264 nachweisbar. Das 1921 von Ungarn abgetrennte Burgenland und die 1922 hier errichtete Apostolische Administration hatten es in der ein eigenes Selbstbewusstsein zu entwickeln. Man war also bestrebt, einen Landespatron mit Beziehungen zum Burgenland zu finden. Einem Ansuchen der Burgenländischen Landesregierung vom Juli 1924 entsprechend bestimmte schließlich Papst Pius XI. den hl. Martin zum burgenländischen Landespatron. Das erste Mal wurde das Fest des Landespatrons am 11. November 1925 begangen. Seit der Errichtung der Diözese Eisenstadt im Jahr 1960 ist der hl. Martin auch Diözesanpatron.

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