Grundriss und Orientierungsplan
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Außenbau und Vorhalle
- Relief „Salvator Mundi“, 1495
- Statue hl. Martin, 1952
- Westportal mit Bronze-Türen, 1985
- Gotischer Schlussstein „Hanns Sybenhirter“
Einrichtung im Chor
- Altar, 2003; darüber barockes Triumphbogen-Kruzifix
- Ambo, 20032
- Priestersitze, 2003
- Bischofssitz, 2003
- Tabernakel, Ewiges Licht, 2003
- Glasfenster im Chor, 1950er Jahre
a Engel, Johannes der Täufer, Stephanus
b Hl. Geist, Christus als König der Könige, Lamm Gottes
c Paulus, Maria, Erzengel Michael, Guter Hirte
d Gerechtigkeit und Liebe
e Frieden
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Langhaus mit Sakristei und Krypta, Familienkapelle
- Orgel, 1778
- Kanzel, 1745
- Taufbecken, Taufkerze, 2003
- Glasfenster Apokalyptisches Weib, darunter Andachtsbild „Betrübte Muttergottes“
- Glasfenster Advent der Welt, darunter Beginn der Kreuzweg-Stationen
- Ausgang zu Sakristei und Krypta, darüber Ölbild „Christus vor Kaiphas“
- Sakristei und Abgang zur Krypta
- Fresko „Christus am Ölberg“, um 1500
- Glasfenster Selig, die im Herrn sterben; darunter Relief Christus am Ölberg, um 1500
- Glasfenster Apokalyptischer Reiter
- Ölbild Apotheose des hl. Martin, 1777
- Ölbild Maria vom Siege, 1777
- Gedächtnisfenster an die Bischofsweihe von Dr. Stefan László, 1976
- Zugang zur Familienkapelle, darüber Bild hl. Leonhard, 19. Jahrhundert
- Familienkapelle, Hl. Familie und Schlusssteine
1 Relief „Salvator Mundi“, 1495
Das spätgotische Relief mit kielbogenförmiger Umrahmung zeigt Christus
als Salvator Mundi (Retter der Welt) zwischen zwei Wappen (Löwe und
Lilie, Familienwappen der ungarischen Könige) und dem eucharistischen
Kelch. Die gotischen Ziffern nennen das Entstehungsdatum.
2 Statue hl. Martin, 1952
Die Statue des Patrons
(Abb. siehe Grußwort) der Domkirche, des Landes Burgenland
und der Diözese Eisenstadt wurde von Jak ob Adlhart ursprünglich für das
Presbyterium geschaffen. Sie zeigt den Bischof von Tours, der der Legende
nach einem Bettler Barmherzigkeit erwiesen hat – der Bettler war in
Wahrheit Christus, der den Heiligen prüfte.
3 Westportal mit Bronze-Türen, 1985
Der Bildhauer Thomas Resetarits schuf zum Diözesanjubiläum 1985 die beiden
Bronze-Türen des Westportals mit der Darstellung der
sieben Sakramente.
Das Zentrum des Tores, zugleich Mitte der Kirche, ist die Eucharistie, hier
symbolisch dargestellt durch die Versammlung zum Abendmahl, zu dem
alle eingeladen sind. Mit der Eucharistie stehen die übrigen Sakramente
im Zusammenhang: Taufe, Firmung, Buße, Ehe, Priesterweihe und Krankensalbung.
Unter denen, die dem Himmlischen Jerusalem (ganz oben)
zupilgern, findet man auch den Kirchen- und Diözesanpatron
St. Martin,
der mit dem Schwert seinen Mantel teilt (oben rechts).
Oben im Tympanonfeld der Torumrahmung hat der Künstler bewusst das
Motiv der
Schutzmantel-Madonna als Krönung seines Werkes gewählt, die „Mutter
Gottes“ als „Mutter der Kirche“, unter deren Mantel sich die Menschen geborgen
wissen.
Im Zuge der jüngsten Renovierung wurde auch ein barrierefreier Zugang in den Dom
geschaffen.
„Der Eintritt durch das kunstvoll bereitete Tor ist
nicht nur Zutritt zum eucharistischen Tisch, es
bedeutet schon ein Ankommen bei den Toren
des „neuen Jerusalem“, es eröffnet und weitet
den Blick bis ans Ende der Tage, in die Zeit der
Ankunft der Menschheit bei ihrem Gott.“
4 Gotischer Schlussstein, Grabsteine
Das von einem Engel gehaltene Wappen-Relief
(Abb. siehe Baugeschichte) zeigt einen Mann
mit Kapuze und trägt die Bezeichnung „Hanns Sybenhirter“. Der Schlussstein
war nicht ursprünglich hier angebracht, vielleicht im Presbyterium;
da die Darstellung keinen Hinweis auf die 1469 erlangte geistliche Würde
als Hochmeister des St.-Georgs-Ritterordens liefert, dürfte der Schlussstein
vorher entstanden sein und gibt so einen Hinweis zur Baugeschichte.
In der Vorhalle befinden sich mehrere Grabsteine und Epitaphien (meist
17. Jh.), die einst an der Kirchenfassade eingemauert waren, darunter der
fragmentarisch erhaltene Stein des 1467 verstorbenen Dieners von Hans
Siebenhirter, eine hohe Platte mit Kreuz und umlaufender Inschrift.
5–9 Liturgische Orte im Presbyterium
Wir beginnen den Rundgang durch die Kirche vorne im 2002/03 neu
gestalteten Presbyterium mit seiner liturgischen Einrichtung: Altar, darüber
barockes Triumphbogen-Kruzifix (5), Ambo (6), Priestersitze (7),
Bischofssitz (8), Tabernakel und Ewiges Licht (9).
(Abb. siehe Willkommenseite)
Als zentrale Elemente der Gestaltung verwendete die Künstlerin Brigitte
Kowanz Glaskuben: „Die Transparenz des Glases und sein inneres Leuchten
entsprechen der Würde des Wortes Gottes“ (Mag. Dr. theol. Anna
Friedrich).
10 Glasfenster im Presbyterium
Die Farbglasfenster entstanden im Rahmen der Renovierung in den 1950er
Jahren. Der akademische Maler Franz Deéd schuf sie zum Thema „Christus,
der König, und sein Reich“. Dieser Gedanke war auch im Wahlspruch des
damaligen Bischofs Dr. Stephan László enthalten: „Regi saeculorum“.
Das mittlere Fenster (b) zeigt Christus
als König der Könige (rex regum),
dargestellt mit einer Krone, von Chören
der seligen Geister umgeben, über dem
Haupt die Taube des Heiligen Geistes und
das Dreieckssymbol der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Auf Anregung des Bischofs
gestaltete der Künstler die übrigen vier
Fenster in Anlehnung an die Präfation
(Vorgebet, Bestandteil des Eucharistischen
Hochgebetes in der Messe) vom
Fest Christi des Königs: Christus der
Herr des Reiches der Wahrheit und des
Lebens, der Heiligkeit und der Gnade,
der Gerechtigkeit und Liebe und des
Friedens. Die dargestellten Motive in
den Fenstern beziehen sich dabei jeweils
im unteren Teil auf das Alte Testament,
im mittleren Teil auf das Neue Testament
und im oberen Feld auf Szenen aus der
Kirchengeschichte.
Die einzelnen Fenster (Motive von oben
nach unten):
- Engel, Johannes der Täufer, Stephanus, eherne Schlange, Adam und Eva
- Hl. Geist, Christus als König der Könige, Lamm Gottes
- Paulus, Maria voll der Gnade, Erzengel Michael und Satan, Guter Hirte, Jesaja, Lot und seine Frau
- Josef, Gerechtigkeit und Liebe, Laurentius, Flucht nach Ägypten, Moses, Josef und seine Brüder
- Frieden, David, Jerusalem, Papst Johannes XXIII., König hl. Stephan, Lamm und Löwe, David und Goliath
Orgel, 1778
Fast baldachinartig ragt die schwarze Holzbrüstung der Orgelempore im
Westen in den Raum vor. Die sechs vergoldeten Reliefs in Rocaillerahmen
zeigen musizierende Engel, die hl. Cäcilia und König David, die Patrone
der Kirchenmusik (von Jak ob Ham, 1759).
Die Orgel selbst wurde 1778 durch den Wiener Orgelbauer Leopold Malleck
errichtet, nach Anweisungen zur Disposition von Joseph Haydn. Der berühmte
Komponist kam 1761 als Vizekapellmeister des Hauses Esterházy
nach Eisenstadt, wo er in der ehem. Klostergasse (heute Haydngasse) ein
Wohnhaus besaß, das er 1778 verkaufte (heute Haydn-Museum).
Die Orgel, die historisch wie musikalisch als hervorragendes Klangdenkmal
gilt, wurde 1974 umfassend restauriert.
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12 Kanzel, 1745
Ein hervorragendes Stück der barocken Einrichtung ist die Kanzel mit ihrem
breit ausladenden Korb, der durch Voluten und Engelköpfe gegliedert wird.
Die Bilddarstellungen nehmen Bezug auf ihre frühere Funktion als Ort der
Verkündigung des Evangeliums. Das große Relief am Korb zeigt
„Christus unter den Schriftgelehrten“, darüber an der Rückwand
„Christus als Sämann“; den Schalldeckel krönt die Figur
des Völkerapostels Paulus.
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13 Taufbecken und Taufkerze
Die Taufe - das (erste) Sakrament
als Tor zum Leben und zum Gottesreich.
Die Taufe - das (erste) Sakrament,
in dem die Menschen vom Heiligen
Geist erleuchtet werden.
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14 Glasfenster Apokalyptisches Weib
Die Glasmalereien im Langhaus führte in den Jahren 1956 bis 1962 die
akademische Malerin Margret Bilger als Interpretationen zur „Geheimen
Offenbarung des Johannes“ aus. Es sollte das Gottesreich im Kampf
durch die Zeit bis zur Vollendung beim Kommen des Herrn dargestellt
werden. Durch ihre satte und kräftige Farbigkeit schaffen die Fenster im
Langhaus eine fast mystische Lichtstimmung, die an gotische Kathedralen
des Mittelalters erinnert und sich je nach Intensität der Sonneneinstrahlung
wandelt. Die Reihe beginnt mit der Darstellung Mariens mit dem Kind, den
Mond unter ihren Füßen und mit der Sonne bekleidet (Offb 12, 1-9).
Andachtsbild „Betrübte Muttergottes“
Das barocke Marienbild in einem vergoldeten Rahmen mit Wolken- und
Strahlenkranz wird auch als das „Dritte Eisenstädter Gnadenbild“ bezeichnet.
Im Zuge der jüngsten Renovierung 2002/03 wurde es an der Stirnseite des
rechten Seitenschiffs angebracht und sein Umfeld zu einem einladenden,
kapellenartigen Platz neu gestaltet.
15 Glasfenster Advent der Welt
Zweites Apokalypse-Fenster, mit sechs Feldern (von oben nach unten): Weltenrichter,
siebenarmiger Leuchter und Johannes, Posaunenengel, Abendmahl,
Lamm, sieben Schwerter und Gekreuzigter.
Beginn der Kreuzweg-Stationen
Die um 1826 entstandenen Kreuzweg-Bilder des Tiroler Malers Josef Arnold
konnten 2007 von der Dompfarre Innsbruck angekauft und am Fest der
Kreuzerhöhung am 14. September durch Diözesanbischof Dr. Paul Iby gesegnet
werden.
16 Ausgang zu Sakristei und Krypta
darüber barockes Ölbild „Christus vor Kaiphas“
(Abb. siehe Baugeschichte), darunter beidseitig des Eingangs
Widmungsinschriften von 1625.
17 Sakristei mit quadratischem Umgang und Abgang zur Krypta
Die Krypta unter dem Chor wurde 1716 für die Eisenstädter Pfarrer angelegt,
1961/62 von Robert Kramreiter umgebaut und vergrößert zu einem
dreischiffigen, zwölfjochigen Raum.
Über dem Altar hängt ein modernes Gemmen-Kreuz von Otto Beckmann.
Die plastische Gruppe der Pietà (Maria hält trauernd den Leichnam ihres
Sohnes Christus auf dem Schoß) aus Bronze schuf Anton Hanak . In einer
der Gruftnischen befindet sich die Grabplatte für den 1995 verstorbenen
Bischof Dr. Stephan László, den ersten Bischof der Diözese Eisenstadt;
das Mosaik an der Rückwand (O. Beckmann) versinnbildlicht die Auferstehung.
18 Fresko „Christus am Ölberg“
um 1500, mit polychromer Fassung.
19 Glasfenster Selig, die im Herrn sterben – siehe, ich mache alles neu
Drittes Apokalypse-Fenster. Die Komposition wird vom Motiv der
Posaunen-Engel beherrscht, die das Jüngste Gericht einleiten.
Relief „Christus am Ölberg“ um 1500
,
Das tiefplastisch geschnitzte spätgotische
Relief mit dem die Szenerie
beherrschenden Christus, der sich
kniend und in flehender Gestik
im Gebet an Gottvater wendet,
während die drei ihn begleitenden
Jünger Petrus, Jakobus und Johannes
schlafen, zeugt vom großartigen
Raumgefühl des Künstlers.
20 Glasfenster Apokalyptischer Reiter
Das letzte der vier Apokalypse-
Fenster
(Abb. siehe Baugeschichte) spricht durch
seine Bildhaftigkeit und Farbgebung
besonders an. Zu sehen sind in der
Mitte der Apokalyptische Reiter, über
ihm der jugendliche Auferstehende
(Offb 19), unten der Gute Hirte.
21 Ölbild „Apotheose des hl. Martin“
Die Darstellung von der Verklärung des Kirchenpatrons St. Martin
ist ein Werk von Stephan Dorfmeister
(gebürtiger Wiener, seit 1764 in Ödenburg ansässig) von
1777. Es ist das ursprüngliche Altarblatt des früheren barocken
Hochaltares.
22 Nordportal, darüber Ölbild „Maria vom Siege“
Ein in der Barockzeit beliebtes Bildthema war die „Unbefleckte
Empfängnis Mariens“, d. h. Maria ist schon von Geburt an frei von
der Erbsünde empfangen worden. Ähnlich ist das hier dargestellte,
für die Zeit der Gegenreformation und katholischen Reform
typische Motiv der „Maria vom Siege“, von Stephan Dorfmeister
(1777): die Madonna auf der Mondsichel hält gemeinsam mit
dem Jesuskind den Kreuzstab, mit dem der Schlange des Bösen
(Erbsünde) der Kopf zerstoßen wird.
23 Fenster zum Gedenken an die Bischofsweihe von Dr. Stefan László
Das Fenster wurde 1976 anlässlich
des 20-jährigen Weihejubiläums
von Franz Deéd geschaffen.
(Abb. siehe Baugeschichte)
24 Zugang zur Familienkapelle, darüber Bild hl. Leonhard
Das im 19. Jahrhundert gemalte Bild hing früher in der ehem. Leonhardskapelle
beim südlichen Seitenschiff. Es zeigt den als Patron der Gefangenen
und später als Viehpatron vielverehrten Heiligen, darunter eine zeitgenössische
Ansicht von Eisenstadt.
25 Familienkapelle
Die im 14. Jahrhundert errichtete Kapelle wurde 1709 zur Sakristei erweitert
und in den 1950er Jahren zur Werktagskapelle umgestaltet. Durch
die Aufstellung der barocken
Schnitzgruppe der Hl. Familie (Rückkehr
der hl. Familie aus Ägypten, sog. „Heiliger Wandel“) wird sie auch als
„Familienkapelle“ bezeichnet. Im Zuge der letzten Renovierung wurde sie
neu ausgemalt, ferner erhielt sie einen neuen Altar und Ambo, der aus der
Mensa, die bis vor der Renovierung im Dom war, gestaltet wurde.
Das gotische Kreuzrippengewölbe zeigt zwei Schlusssteine mit den Motiven
Antlitz Christi und Schwurhand.
„Gott, du hast den Menschen als Mann und Frau erschaffen und ihre
Gemeinschaft gesegnet. Einander sollen sie Partner sein und ihren
Kindern Vater und Mutter.“ (Trauungsrituale)