Kunst im Dom
Künstler
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Künstler

Prof. Edgar Schenk

Curriculum Vitae 1933 - geb. 3. Mai in Draßmarkt, Burgenland 1952 - 1957 - Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Prof. Christian Andersen und Prof. Herbert Böckl 1958 - Lehrtätigkeit in Eisenstadt 1968 - 1992 - Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Akademie in Eisenstadt Zahlreiche Ausstellungen im In. und Ausland - zusammen mit Gattin Inge Schenk in Wien, Salzburg, Venedig, New York, Miami, Senegal, Cannes Teilnahme an Kollektivausstellungen, Symposien und Benefizveranstaltungen im In- und Ausland Workshops mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen Mitglied des Kulturbeirats Land Burgenland Vorsitzender des Künstlerbundes "Afroasiatisches Institut" Ausgezeichnet mit der Silbernen Ehrennadel der Stadt Eisenstadt

Sr. Elfriede Ettl

Wenn ich an Sr. Ettl denke, habe ich ihre großen, braunen, neugierigen Augen vor mir. Und der Schalk, der sich hinter ihnen verbarg. In diesen großen Augen spiegelte sich die Leidenschaft eines Menschen, der die Dinge des Lebens bejahte „Wenn ich mitten im Schaffensprozess stehe, spüre ich den Funken des Schöpfergeistes Gottes in mir“, sagte sie. Alle, die ihr begegneten, spürten das. 1914 in Frauenkirchen geboren, wächst sie mit 7 Geschwistern auf. Der Seewinkel, der Heideboden prägen sie. „Ich stehe auf dem Boden dieser Erde, wobei der eine Fuß in der Realität ist, und der andere baumelt.“ Damit meinte sie ihre Phantasie. Durch die Begegnung mit Oskar Kokoschka bei der Internationalen Sommerakademie in Salzburg erfährt ihre Arbeit eine wesentliche Lockerung. Als sie ein Mosaik nach F. W. Webers Gedichtepos „Dreizehnlinden“ an der Volksschule in Sankt Margarethen gestaltet, kommt sie auch in Kontakt mit Josef Dobrowsky. Mit einer dicken Mappe unterm Arm pilgert sie in dessen Atelier nach Wien. Diese Begegnungen bestärken sie. Elfriede Ettl setzte sich stets intensiv mit anderen Künstlerpersönlichkeiten auseinander. Unermüdlich klappert sie Galerien und Museen ab, findet alles Neue und Moderne bereichernd und überträgt ihre Begeisterung auf ihre unzähligen Schülerinnen.

Ich breche die Gerade

Das Aquarell ist Sr. Ettls Domäne. Hier erzielt sie unvergleichliche Nuancen. „Meine Farben sind Raum bildende Mittel, sie kontrastieren, erregen Spannungen, harmonisch oder indifferent. Ein Kräftespiel sondergleichen“, schreibt sie. „Ich breche die Gerade und lasse die Linien konisch aufeinander zulaufen und erreiche so eine dynamische Räumlichkeit, die alle Gesetze der herkömmlichen Perspektive überwindet. Das Aquarell lebt vom Licht. Das Wesentliche ist die innere Umsetzung. Das Sehen wird zum Einsehen, es transportiert die geistige Erlebnissphäre. Und das Schönste passiert einfach. Es malt aus mir heraus.“

Doch ihre Farben sind nicht immer „engelsgleicher Flügelschlag“, wie Alfred Schmeller formuliert. Sr. Ettl erfährt auch Scherben, Bitternisse und Schweigen, das Gefühl der Gottesferne und der Gottesverlassenheit. „Alles, was mein geistliches Leben betraf, hatte keinerlei Widerhall in meiner Seele, war leer und schal“, sagt sie über diese Zeit. „Es war, als ob ich über einem Abgrund hinge.“ Niederschlag findet diese Krise in der Serie „Karwoche“. „Das Ja des Gottesknechtes formt sich zum Schrei, der im Dunkel von Gethsemane widerhallt und eingelöst wird bis zur Auslöschung, zur Vernichtung im Tod.“

Glaube der die Erde liebt

Sr. Ettl schuf eine Reihe großer Zyklen: „Kroaten“, „Heanzen“, „Eisenstadt“, Güssing“, „Flohmarkt“, „Erde“, „Sonnengesang“, 1982 für eine Ausstellung im „Haus der Begegnung“ „Glaube der die Erde liebt“. Zwei Jahre später zeigte sie im ORF-Funkhaus in Eisenstadt schwarz-weiß Ölbilder zum Thema „Bilder dem Fluss der Medien entrissen“. Es sind Umsetzungen von Zeitungsbildern, malerische Fixierungen des Flüchtigen zu Aufrufen von Menetekeln, aber durch Hinweise zu Ahnungen von Rettung und Erlösung. „Für mich ist das christliche Kunst, weil der leidende, der getretene Mensch im Mittelpunkt steht“, sagt Ettl.

Alles ist austragen und dann gebären, schreibt Rainer Maria Rilke. Jeden Eindruck oder jeden Keim eines Gefühls ganz in sich, im Dunkel, im Unsagbaren, Unbewussten, dem eigenen Verstand Unerreichbaren sich vollenden lassen und mit tiefer Demut und Geduld die Stunde der Klarheit abwarten. Die Stunde der Vollendung. Für Sr. Ettl ist sie bereits da.

Bernhard Dobrowsky
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